Britische Werbebehörde entscheidet gegen Werbung für Damon-Brackets

Die britische Werbebehörde UK Advertising Standards Authority (ASA) hat nach ausführlicher Prüfung verschiedene Werbeaussagen über das Damon-Bracket für unzulässig erklärt. Die Aussagen zu den besonderen Eigenschaften des Damon-Brackets verstießen gegen den CAP-Code. CAP ist die Schwesterorganisation der ASA und bedeutet Committees of Advertising Practice. ASA und CAP kümmern sich zusammen um Fairness, Transparenz und Ehrlichkeit der Werbung in allen Wirtschaftsbereichen und stellen dafür Regeln auf. Die Organisationen werden interessanterweise nicht vom Staat, sondern von der werbenden Wirtschaft finanziert. Dieses System der Werbeaufsicht funktioniert so seit 1952.

Im einzelnen stellte die ASA einen Verstoß der Werbung für Damon-Brackets gegen folgende CAP-Codes fest: 3.1 (irreführende Werbung), 3.7 (Substantiierung – Beweisführung für Werbeaussagen), 3.33 (Vergleich mit erkennbaren Wettbewerbern) und 12.1 (Medizin, medizinische Geräte, gesundheitsbezügliche Produkte und Schönheitsprodukte). Der Hersteller der Damon-Brackets, die Firma Ormco, legte zwar umfangreiches Material zur Untermauerung der Damon-Werbung vor, jedoch fand die ASA die Qualität der präsentierten Studien ungenügend und nicht aussagekräftig. Die werbende Praxis wurde deshalb aufgefordert, die Werbung in dieser Form nicht mehr erscheinen zu lassen und besonders die Behauptungen zu unterlassen, die Behandlungen mit Damon-Brackets gingen schneller und seien weniger schmerzhaft als mit anderen Brackets.

Die Entscheidungen der ASA als nicht-staatlicher, unabhängiger Organisation haben keine Gesetzeskraft, werden gleichwohl in aller Regel von den Marktteilnehmern befolgt. Die Nichtbefolgung der – sehr gründlich vorbereiteten – ASA-Entscheidungen wird bei potentiellen gerichtlichen Auseinandersetzungen jedoch die Position der werbenden Partei so schwächen, dass dies normalerweise nicht riskiert wird. Konkret bedeutet dies, dass in Großbritannien weder Ormco noch irgendwelche kieferorthopädischen Praxen weiterhin behaupten werden, die Behandlungen mit Damon seien kürzer oder weniger schmerzhaft. Es ist zu hoffen, dass eine solche Entwicklung auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern in Gang gesetzt wird, um dem Damon-Spuk ein Ende zu bereiten.

Tip: in Deutschland wird das Damon-Bracket trotz der ASA-Entscheidung weiterhin als überlegenes Produkt beworben ­– vor allem, dass die Behandlung kürzer und weniger schmerzhaft wäre. Diesen Aussagen nicht auf den Leim gehen und keine Mehrkosten für dieses Produkt zu zahlen kann man potentiellen Patienten nur raten.

Die vollständige Entscheidung der ASA gegen die Damon-Werbung findet sich unter https://www.asa.org.uk/rulings/15-dental-a16-365575.html